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Werkverzeichnis Zeichnungen

22. März - 21. Juni 2009
"Ernst Barlach und Sohn.

22. März - 28. Juni 2009
"Güstrower Kinder. Portrait einer Schulklasse der Ernst Barlach Oberschule Güstrow, 1971 - 2008
"
Photographien von Barbara Seemann, Güstrow.

  

 

 


Erich Wegner: Die Werft-SAS 38, 1930er Jahre, Öl auf Leinwand

26. Juni - 20. September 2009
"Kunst aus dem Bestand der Stiftung Mecklenburg"

Die Ausstellung gibt einen Einblick in den seit der Gründung der Stiftung Mecklenburg im Jahr 1973 erworbenen Kunstbesitz. Dieser ist Teil der Erinnerungskultur ehemaliger Mecklenburger in der Bundesrepublik Deutschland bis ins Jahr 1989. Die Stiftung Mecklenburg verfügt über einen umfangreichen Bestand an Gemälden, Zeichnungen, Grafiken und Aquarellen. Zu sehen ist eine Auswahl von 54 Werken, die mit der deutschen und europäischen Geschichte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verbundene Besonderheiten der mecklenburgischen Kunstlandschaft verdeutlichen.

Der Kunstbestand der Stiftung wurde durch Schenkungen und durch Kauf aufgebaut. Zur Sammlung gehören größere Werkkonvolute von Karl Christian Klasen, dem Reuter-Illustrator Adolf Jöhnsson oder dem Schweriner Maler Wilhelm Facklam. In der Ausstellung sind neben anderen Carl Malchin, Franz Bunke, Paul Müller-Kaempff, Egon Tschirch, Thuro Balzer, Erich Wegner, Karl Christian Klasen, und Jorg Brücke vertreten. Außerdem werden Werke gebürtiger Mecklenburger gezeigt, die nach 1945 außerhalb ihres heimatlichen Bereichs wirkten, weil die politischen Verhältnisse in der DDR ihrem Lebens- und Schaffensbedürfnis nicht gemäß sein konnten: so Tisa von der Schulenburg und der international hoch geschätzte Günther Uecker.


05. Juli - 20. September 2009
„Menschen und Orte“
Angelika Fischer. Photographien

Auf den Bildern der Berliner Photographin Angelika Fischer sind selten Menschen zu sehen und dennoch sind sie höchst präsent, denn sie haben unverwechselbare Spuren hinterlassen. Starke und eigenwillige Charaktere - bildende Künstler und Schriftsteller - prägten ihren Lebens- oder Schaffensort, so wie sie von ihm geprägt wurden. Dieser Wechselbeziehung geht die Photographin mit der Kamera nach. Vom Eigenleben der Dinge fasziniert, erspürt sie die Aura schöpferischer Persönlichkeiten, die noch lange nach deren Tod auf den Gegenständen, mit denen sie sich umgaben, ruht. Aus den Häusern, den Ateliers und Arbeitsräumen sind Zeitmaschinen geworden, die dem Betrachter vom Schaffensgenuss der Künstler, aber auch von den Mühen der künstlerischen Produktion, der Selbstisolation und den persönlichen Krisen, die hinter den bekannten Werken stehen, erzählen. Am Schreibtisch des Schriftstellers Arno Schmidt in Bargfeld findet sich noch immer dessen unverzichtbare Handbibliothek. Der Zeichner und Schriftsteller Alfred Kubin, sein Todestag jährt sich 2009 zum 50. Mal, verwandelte seinen Lebensort, das morbide Schlösschen im oberösterreichischen Zwickledt, in einen Traumort, der den bizarren Bildschöpfungen seines Bewohners entnommen scheint. Angelika Fischer begibt sich an solche Orte. Sie hält Lebensspuren fest, die sich, durch die Magie ihrer Lichtregie, in den Formen und Oberflächen der Dinge zu kristallisieren scheinen.
Seit 2002 gibt sie gemeinsam mit Bernd Erhard Fischer und anderen Autoren diese Arbeiten in einer eigenen, bibliophil gestalteten Heftreihe heraus. Hier ergänzen sich auf ideale Weise Wort und Bild. Textautor und Fotografin arbeiten bewusst möglichst unabhängig voneinander. Doch ist es immer wieder überraschend, wie sich Bild und Text zu einer Einheit verbinden. Inzwischen existieren bereits achtzehn Hefte zu so unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten wie beispielsweise Ernst Barlach und Georg Kolbe, Wilhelm Busch und Karl May, Thomas Mann und Bertolt Brecht, Christoph Martin Wieland und Annette von Droste-Hülshoff. Fast hat es den Anschein, dass dabei immer wieder Ähnliches zu Tage tritt: Die Bindung schöpferischer Menschen an einen Ort, der ihre Produktivität grundiert und dem sie selbst ihren unverwechselbaren Charakter verleihen.


27. September 2009 - 17. Januar 20109
"Der Maler Adolf Hölzel und sein Kreis."
Ausgewählte Werke aus der Sammlung Prof. Dr. Hermann-Josef Bunte.

In einer großen Überblicksschau mit etwa 130 Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Grafiken präsentiert die Ernst Barlach Stiftung Güstrow deutsche Künstler der Sammlung Hermann-Josef Bunte.
Die zwischen 1885 und 1931 entstandenen Arbeiten spiegeln in vielgestaltiger und überzeugender Weise diese bedeutende Umbruchphase der Kunstgeschichte und umfassen Meisterwerke impressionistischer Freiluftmalerei („Dachauer Künstlerkolonie“) ebenso wie verschiedene Positionen der damaligen Avantgarde, die heute unter Stilbegriffen wie Expressionismus, Fauvismus, Kubismus und Neue Sachlichkeit bekannt sind.
Adolf Hölzel, ab 1905 Professor an der Stuttgarter Akademie, der sich – beginnend mit dem Realismus und dem „Neu-Dachau“-Stil der Freilichtmalerei – wenig später von der Gegenständlichkeit löst und mit abstrakten Kompositionen experimentiert, entwickelt in seiner Zeit als Lehrer an der Kunstakademie Stuttgart, ausgehend von Goethes Farbenlehre, eine eigene künstlerische Farbtheorie. Etliche Schüler des so genannten Hölzel-Kreises sind hier vertreten, von denen vor allem Willi Baumeister, Johannes Itten, Ida Kerkovius und Oskar Schlemmer zu späterer Berühmtheit gelangen sollten.
Einen Schwerpunkt der Sammlung Bunte bildet zudem das Konvolut des 23-jährig im Ersten Weltkrieg 1914 gefallenen Hölzel-Schülers Hermann Stenner. Seine Ölbilder und Arbeiten auf Papier verweisen in exemplarischer Weise auf die Auseinandersetzung mit den damals aktuellen Ismen und geben einen Einblick in die außergewöhnliche Kreativität und die rasante Entwicklung dieses jungen Malers. Stenner fand ungewöhnlich früh zu seiner künstlerischen Reife. Als Resultat von nur fünf Jahren künstlerischem Schaffen hinterließ er ein beeindruckendes Œuvre.
Westfalen und das Rheinland bilden weitere inhaltliche Schauplätze der Sammlung – einerseits als Heimat oder Geburtsort in der Sammlung vertretener Künstler der ersten und zweiten Expressionistengeneration wie Peter August Böckstiegel, Victor Tuxhorn, Christian Rohlfs, Wilhelm Dietrich Schabbon oder Ernst Sagewka, andererseits als Stationen in ganz Deutschland viel beachteter Kunstereignisse wie der Sonderbund-Ausstellung (1912) und der Werkbund-Ausstellung (1914) in Köln, die zum Beispiel von den Hölzel-Schülern besucht beziehungsweise mitgestaltet wurden.
Zahlreiche Maler wie Stenner, Franz Marc, Wilhelm Morgner und Walter Alfred Rosam starben im Ersten Weltkrieg, ohne dass sie die Möglichkeit hatten, ihr intensives Werk zur Reife bringen zu können. Die Auseinadersetzung mit dieser Zäsur zeigt sich im Werk der überlebenden Künstler: Herrschen nach der Jahrhundertwende Motive wie Landschaft, Akt und Porträt vor, so zeigt sich in Themen wie Neue Welten, Utopie, Menschen bei der Arbeit und die Großstadt ein intellektuell-künstlerischer Reflex auf die Apokalypse.
Maler wie Rosam und William Straube und viele andere junge Künstler ihrer Zeit zog es nach Paris, um dort die Werke ihrer französischen Vorbilder zu studieren. Von 1909 bis 1911 besuchten auch sie die so genannte „Académie Matisse“ und brachten eine spezielle Ausprägung des dekorativen Expressionismus in ihre Heimat zurück, wo sie die Einflüsse von Henri Matisse, aber auch von Paul Cézanne weiterentwickelten.
In dem unermüdlichen Bestreben nach kreativer Innovation fanden die in dieser Ausstellung gezeigten Künstler in der Auseinandersetzung mit den künstlerischen Strömungen ihrer Zeit zu einer radikalen Modernität und zu umfassenden Neuerungen in der Bildgestaltung. Neben den Mitgliedern der beiden wichtigsten deutschen Künstlergruppierungen, dem „Blauen Reiter“ und der „Brücke“ haben sie auf den Nebenwegen der klassischen Moderne ihren unverwechselbaren Platz in der Kunstgeschichte gefunden.


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