Erschienen im Piper Verlag, Paperback, mit 17 Bildtafeln, 64 SeitenErnst Barlach ist das Beispiel einer großen künstlerischen Doppelbegabung. Ruhm und Anerkennung gründen sich vor allem auf seine plastischen Bildwerke, aber bis in die frühen dreißiger Jahre war er auch als Dramatiker erfolgreich. In der vorliegenden kleinen Autobiographie, erstmals 1928 erschienen, erzählt er von seiner Herkunft, seiner Jugend, von seinen Studienjahren und seinem Ringen um das, was er als Kind erfahren und als Erwachsener wiederzugewinnen trachtete, "das Glück des Einklangs in überpersönliches Sein". In seiner kantigen, kunstvoll ungeschliffenen Sprache berichtet der Sohn eines Landarztes von den Jahren in Wedel und Ratzeburg, von Jugendstreichen und Abenteuern, von Freunden, Lehrern, Nachbarn - immer mit offenem Blick für das Besondere, das nicht den Normen Gemäße. Mit der russischen Reise 1906, der eigentlichen Geburtsstunde des Künstlers Barlach, klingt der Band aus.
Hrsg.: Ulrich Bubrowski - Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg, 2008, gebunden, 260 Seiten.In der Fassung der Handschrift. Kritische Ausgabe.
Güstrower Tagebuch (1914-1917) in der Fassung der Handschrift. Kritische Leseausgabe, herausgegeben von Ulrich Bubrowski. Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier mit chlorfrei gebleichtem Zellstoff, Hardcover, 562 Seiten.Barlachs "Güstrower Tagebuch", das hier zum ersten Mal ungekürzt und ungeschminkt vorgelegt wird, ist ein beeindruckendes Werk. Es präsentiert einen unerschöpflichen Reichtum an "Beobachtungen", an Episoden, Charakterportäts, Anekdoten, Motiven, Reflexionen. Der Bogen spannt sich von der Alltäglichkeit der Kaffeetafel zu Hause, über Erziehungssorgen, Szenen aus dem kleinstädtischen Leben in Güstrow, Religionsfragen, Lebensmittelbeschaffungsproblemen, über Künstlerbegegnungen in Berlin bis zur Kommentierung der Weltpolitik und den Berichten über Massaker an der Front.Von Barlach immer wieder als "Kriegstagebuch" apostrophiert, ist es weit mehr als ein solches. Es ist ein wahrhaft welthaltiges Buch. Was der Autor seinem Vetter Karl zur Gattung des Diariums allgemein mitteilt, läßt sich mit Fug über sein eignes Tagebuch sagen: es ist "das wahre Epos".
Ernst Barlach, Seespeck. In der Fassung der Handschrift. Kritische Ausgabe. Hrsg. von Ulrich Bubrowski, Hamburg 2009474 Seiten, Hardcover
„Seespeck ist ohne Halt, ein Desorientierter, Wurzelloser, der suchend und tastend und irrend probiert, sich seinen Weg durchs Dasein zu bahnen, dem die Realität aber ein Rätsel bleibt. Nicht machohafter Held, gar Welteroberer ist er ein Verwandter Maltes aus Rilkes „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“, ein Halbbruder Josef K.s aus Kafkas „Der Process“, ein armer Vetter Ulrichs aus Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“. Seespeck repräsentiert einen Phänotyp der literarischen Moderne.“ (Ulrich Bubrowski)
Der vorliegende Band wurde nahezu vollständig aus den umfangreichen Manuskriptbeständen der Ernst Barlach Stiftung Güstrow erarbeitet.