Atelier Ernst Barlachs, um 1931, Fotograf: Berthold Kegebein © SLUB Dresden | Deutsche Fotothek | Berthold Kegebein

Liebe Besucherinnen und Besucher, auf Grundlage der Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie des Landes M-V bleiben unsere Museen ab dem 4. Dezember 2021 vorerst geschlossen.

 

90 Jahre AtelierhausZeitraum: 07.11.21-20.02.22
Ernst Barlach Museen Güstrow
Heidberg 15

Auf dem Zenit seines künstlerischen Erfolges entschloss sich der mittlerweile 60-jährige Ernst Barlach (1870–1938), ein geräumiges Bildhaueratelier am Güstrower Inselsee zu errichten. Nach Jahrzehnten in kleinen, dunklen Behelfsateliers sehnte sich der Künstler nach idealen Arbeitsbedingungen, um großformatige Kunstwerke schaffen zu können. Mit der Planung und Realisierung des Atelierhauses wurde der Güstrower Architekt Adolf Kegebein (1894–1987) beauftragt. In zahlreichen Zeichnungen dokumentiert die Ausstellung die Entwicklung der Pläne vom funktionalen Bildhaueratelier hin zum repräsentativen Wohn- und Atelierhaus. Diese Erweiterung der baulichen Dimensionen stellte den Künstler aber schon nach kürzester Zeit vor große finanzielle Herausforderungen. Dennoch liebte Barlach die lichten Atelierräume, die für viele Besucher bis heute vom Ort der Kreativität und geistigen Welten Barlachs zeugen. In einer großen Fotodokumentation lässt sich in der Ausstellung die 90-jährige Nutzungsgeschichte des Atelierhauses eindrucksvoll nachvollziehen: von den wenigen Jahren, die Barlach selbst in seinem Haus verbrachte, über die Zeit der Vermietung an seinen Assistenten und Kunsthändler Bernhard Böhmer (1892–1945), die DDR-Zeit, in der die Umwandlung zur musealen Ausstellung erfolgte, bis hin zur gegenwärtigen Dauerausstellung zu Leben und Werk Ernst Barlachs.Für die Neugestaltung dieser Dauerausstellung haben Studierende der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar Entwürfe gefertigt, die ebenfalls Teil der Sonderausstellung sind. Ausgehend von diesen Ideen wurde ein neues Gestaltungskonzept entwickelt, das im Rahmen der derzeit erfolgenden Sanierungsarbeiten im Atelierhaus umgesetzt wird. Die Wiedereröffnung der Dauerausstellung ist für das Frühjahr 2022 geplant.

Kuratorin: Magdalena Schulz-Ohm, M.A.

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27.02.2022 - 12.06.2022
Balance. Susanne Rast

Menschliche Situationen, die von verschieden Varianten des Anderssein erzählen, bilden das Grundthema des Werks der renommierten Bildhauerin Susanne Rast (*1962). Zumeist sind es den gesamten Körper präsentierende Aktdarstellungen oder auf Gesichter fokussierte Bildnisse, anhand derer die Künstlerin ihr Anliegen dem Betrachter vermittelt. Die dabei entstehenden Werke führen ganz subtil und leise das Andersartige der Dargestellten vor Augen und generieren so eine besonders würdevolle und in sich ruhende Aura, die die Figuren prägt. Holz ist hierbei ihr bevorzugtes Arbeitsmaterial, dessen grafische Struktur sie durch den gekonnten Einsatz von Farbe und Feuer akzentuiert und so ihren Arbeiten eine besondere Lebendigkeit verleiht. Gleichzeitig erscheinen ihre Werke geschlossen und zurückhaltend geformt, was im Zusammenspiel mit der erfahrbaren Textur der Oberfläche den Dargestellten eine besondere Aura verleiht. Die Frage nach konkreten Menschen und deren Grenzerfahrungen beschäftigt die Künstlerin auch in ihrem grafischen Werk. Es entstehen großformatige, expressive Darstellungen, die mit Farbnuancen zwischen Weiß und Schwarz spielen und so eine intensive Spannung generieren. Die gefundene Linienführung sowie die plastische Formsprache lassen den Blick der Bildhauerin erkennen, auch wenn Rasts Zeichnungen als eigenständige Werke gelten können und nicht den Charakter vorbereitender Motiventwicklungen auf Papier besitzen. Genau wie ihre plastischen Darstellungen entfalten sie vielmehr vom Individuellem ausgehend eine allgemein-metaphorische Aussage, die das Wesentliche ihrer Kunst ausmacht.  
Die Ausstellung bietet einen Querschnitt durch das vielschichtige Œuvre der gebürtigen Rostockerin und präsentiert neben Holzskulpturen und Bronzegüssen, auch grafische Arbeiten der Künstlerin. Susanne Rast studierte an der Kunsthochschule Berlin Bildhauerei und gründete nach einem Studienaufenthalt in den USA und einem Lehrauftrag in Braunschweig die Künstlergruppe MARFA. Heute wirkt und lebt die Bildhauerin in Marlow.  

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Christoph Ruckhäberle

19.06.2022-25.09.2022
Barlach und die jungen Wilden


Im Zentrum der Sonderausstellung Barlach und die jungen Wilden steht der Mensch, sein Körper, seine Psyche aber auch die sozialen Gefüge, in denen er agiert. Im Dialog mit Werken Barlachs eröffnen ausgewählte junge Positionen renommierter, zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler einen kompromisslosen Blick auf das Thema Mensch im Kontext der jeweiligen Zeit.

Künstler:innen: Norman Behrendt, Carlo Leopold Broschewitz, Robert Deutsch, Laura Eckert, Hermann Grüneberg, Manaf Halbouni, Julia Kausch, Regina Nieke, Edvardas Racevicius, Christoph Ruckhäberle und Welf Schiefer

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Margarethe Böhmer

09.10.2022-05.02.2023
Neuentdeckte Vielfalt

Die Ernst Barlach Stiftung wurde zur Bewahrung, Pflege und Erforschung des künstlerischen sowie persönlichen Nachlasses Ernst Barlachs gegründet. In den letzten Jahrzehnten wurde ihr kunsthistorisch einmaliger Bestand durch viele Erwerbungen, Schenkungen und Spenden ergänzt, u.a. durch die Nachlässe von Margarethe Böhmer (1887-1969) und Friedrich Schult (1889-1978). Die Ausstellung wird einen Querschnitt durch die überraschend vielfältigen Bestände der Ernst Barlach Stiftung bieten und anhand spannender Exponate aus den unterschiedlichsten Sammlungsbereichen einen Einblick geben in mehrere Jahrzehnte Forschungs- und Sammlungsarbeit.

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