05.03.2022 - 03.07.2022
Balance. Susanne Rast

Menschliche Situationen, die von verschieden Varianten des Anderssein erzählen, bilden das Grundthema des Werks der renommierten Bildhauerin Susanne Rast (*1962). Zumeist sind es den gesamten Körper präsentierende Aktdarstellungen oder auf Gesichter fokussierte Bildnisse, anhand derer die Künstlerin ihr Anliegen dem Betrachter vermittelt. Die dabei entstehenden Werke führen ganz subtil und leise das Andersartige der Dargestellten vor Augen und generieren so eine besonders würdevolle und in sich ruhende Aura, die die Figuren prägt. Holz ist hierbei ihr bevorzugtes Arbeitsmaterial, dessen grafische Struktur sie durch den gekonnten Einsatz von Farbe und Feuer akzentuiert und so ihren Arbeiten eine besondere Lebendigkeit verleiht. Gleichzeitig erscheinen ihre Werke geschlossen und zurückhaltend geformt, was im Zusammenspiel mit der erfahrbaren Textur der Oberfläche den Dargestellten eine besondere Aura verleiht. Die Frage nach konkreten Menschen und deren Grenzerfahrungen beschäftigt die Künstlerin auch in ihrem grafischen Werk. Es entstehen großformatige, expressive Darstellungen, die mit Farbnuancen zwischen Weiß und Schwarz spielen und so eine intensive Spannung generieren. Die gefundene Linienführung sowie die plastische Formsprache lassen den Blick der Bildhauerin erkennen, auch wenn Rasts Zeichnungen als eigenständige Werke gelten können und nicht den Charakter vorbereitender Motiventwicklungen auf Papier besitzen. Genau wie ihre plastischen Darstellungen entfalten sie vielmehr vom Individuellem ausgehend eine allgemein-metaphorische Aussage, die das Wesentliche ihrer Kunst ausmacht.  
Die Ausstellung bietet einen Querschnitt durch das vielschichtige Œuvre der gebürtigen Rostockerin und präsentiert neben Holzskulpturen und Bronzegüssen, auch grafische Arbeiten der Künstlerin. Susanne Rast studierte an der Kunsthochschule Berlin Bildhauerei und gründete nach einem Studienaufenthalt in den USA und einem Lehrauftrag in Braunschweig die Künstlergruppe MARFA. Heute wirkt und lebt die Bildhauerin in Kneese.  

Kataloge zur Ausstellungenfinden Sie vor Ort in unserem Museumsshop, oder online: hier.
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Christoph Ruckhäberle

10.07.2022-16.10.2022
Barlach und die jungen Wilden


Im Zentrum der Sonderausstellung Barlach und die jungen Wilden steht der Mensch, sein Körper, seine Psyche aber auch die sozialen Gefüge, in denen er agiert. Im Dialog mit Werken Barlachs eröffnen ausgewählte junge Positionen renommierter, zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler einen kompromisslosen Blick auf das Thema Mensch im Kontext der jeweiligen Zeit.

Künstler:innen: Norman Behrendt, Carlo Leopold Broschewitz, Robert Deutsch, Laura Eckert, Hermann Grüneberg, Manaf Halbouni, Julia Kausch, Regina Nieke, Edvardas Racevicius, Christoph Ruckhäberle und Welf Schiefer

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Margarethe Böhmer

29.10.2022-05.02.2023
Neuentdeckte Vielfalt

Die Ernst Barlach Stiftung wurde zur Bewahrung, Pflege und Erforschung des künstlerischen sowie persönlichen Nachlasses Ernst Barlachs gegründet. In den letzten Jahrzehnten wurde ihr kunsthistorisch einmaliger Bestand durch viele Erwerbungen, Schenkungen und Spenden ergänzt, u.a. durch die Nachlässe von Margarethe Böhmer (1887-1969) und Friedrich Schult (1889-1978). Die Ausstellung wird einen Querschnitt durch die überraschend vielfältigen Bestände der Ernst Barlach Stiftung bieten und anhand spannender Exponate aus den unterschiedlichsten Sammlungsbereichen einen Einblick geben in mehrere Jahrzehnte Forschungs- und Sammlungsarbeit.

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