Ernst Barlach, Der Buchleser, 1936, Bronze (Guss nach 1937), 45,2 x 20,5 x 32,5 cm, Ernst Barlach Stiftung Güstrow, Fotograf: Alexander Klaus

Die Kunst des Wortes
21.01. bis 21.04.2024


Der Akt des Lesens, die Macht des geschriebenen Wortes sowie die sich während der Lektüre einstellende individuelle Imagination eines Textes faszinieren die bildenden Künste seit Jahrhunderten. Auch Ernst Barlach (1870–1938) widmete sich dem Thema Lesen in seinem Werk. Es entstanden neben plastischen Werken mit entsprechender Motivik, umfangreiche Grafikzyklen, die seine eigenen Dramen und Reiseberichte, aber auch Werke von u.a. Friedrich Schiller (1759–1805), Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) und Heinrich Kleist (1777–1811) illustrieren. Barlachs Begeisterung für Literatur schlug sich zudem in einer eigenen schriftstellerischen Tätigkeit nieder. So verfasste der Künstler neben acht Dramen, zahlreiche Gedichte und Kurztexte, in denen er das zwischenmenschliche Miteinander in all seinen Facetten thematisierte.
Die Ausstellung lädt ein, sich dem schriftstellerischem Werk Barlachs über seine bildnerische Kunst anzunähern. Die Präsentation motivischer Wechselbeziehungen verweist zudem auf das Ineinandergreifen der verschiedenen Metiers, die der Vielfachbegabte bediente. So lassen sich im Œuvre Barlachs Motive finden, die der Künstler entweder in seiner Literatur oder in seinem bildnerischen Werk erstmalig definierte und diese dann für das jeweilige andere Medium erneut verwendete. Das Aufzeigen dieser Motivrelationen lässt einmal mehr die Komplexität und Vielschichtigkeit des Werkes Barlachs nahbar werden.

Kuratorin: Franziska Hell, M.A.

Für die Förderung der Publikation und der Ausstellung danken wir:

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August Gaul
Hamster
1917
Eisen
23,5 x 9,4 x 14,5 cm
Städtische Museen Hanau
Fotograf: Kai Jakob

Künstlerfreunde. August Gaul und Ernst Barlach
05.05.2024 – 08.09.2024

Die beiden Ausnahmebildhauer Ernst Barlach (1870–1938) und August Gaul (1869–1921) gelten als zentrale Wegbereiter der deutschen Bildhauerei des Expressionismus. Nie zuvor wurden die freundschaftliche Verbundenheit beider Künstler sowie die Parallelen in ihrem Œuvre explizit untersucht und in einer Ausstellung oder Publikation vor Augen geführt. Der Ernst Barlach Stiftung ist es ein dringliches Anliegen, diese Forschungslücke zu schließen und die spannende Künstlerfreundschaft lebendig zu vermitteln.
Barlach, dessen Fokus auf metaphorischen Menschendarstellungen lag, und Gaul, der die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Tier favorisierte, verbindet eine spezielle Formsprache, die einer Verknappung der Grundformen und einer Reduktion der Details folgt. Die hierbei erzielte Allgemeingültigkeit ihrer Darstellungen hat an Wirkungskraft bis heute nichts verloren.
In der Ausstellung wird anhand von grafischen sowie plastischen Arbeiten der Werdegang beider Künstler vom Frühwerk über den ausschlaggebenden Moment des künstlerischen Durchbruchs und dem sich anschließenden Erfolg bis hin zum Spätwerk dokumentiert. Hierbei sollen Fragen nach der Ausbildung, nach einer gegenseitigen Beeinflussung, nach dem Prozess der Findung der Formsprache sowie nach Motiven und Aussage der jeweiligen Arbeiten anhand exemplarischer Kunstwerke beantwortet werden. Besondere Aufmerksamkeit wird die für beide Bildhauer wichtige Beziehung zum Kunsthändler Paul Cassirer (1871–1926) sowie die enge persönliche Freundschaft zwischen Gaul und Barlach erhalten.

Kuratorin: Franziska Hell, M.A.

Ein Projekt der Ernst Barlach Stiftung Güstrow in Kooperation mit den Städtischen Museen Hanau.

Für die Förderung der Publikation und der Ausstellung danken wir:

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Alles in Bewegung
15.09.2024 – 12.01.2025

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